Menu

Anne Marie Carl-Nielsen

1905-04-12

Afsender

Max Kiessling

Transskription

Berlin d. 12. April 1905
W. Behrenstr. 70.

Schon längst hätte ich Ihnen, verehrte, gnädige Frau, schreiben sollen. Ich habe es immer verschoben, weil ich Ihnen in all dem Trübsal und der schlimmen Unordnung dieser ersten Tage nach meiner Rückkehr nur ein paar unruhige Minuten hätte widmen können; die waren mir zu gering für Sie, an die ich so viel dachte und mit der eine stille Stunde verplaudern zu können, ich mich merkwürdig stark sehnte. Ich wüsste viele Fragen, wie es mir geschehen konnte in den ganz wenigen Tagen unseres Zusammenseins, dass das sonst so verschlossene Herz sich Ihnen nun so vertraut fühlt, Ihnen so warm u. offen entgegenschlägt, als hätte ich Sie lange, lange Zeit gekannt. Es ist ja so seltsam, dass wir durch Monate hindurch in derselben Stadt gelebt, uns manchmal gesehen, uns niemals gesprochen haben und just in jenem letzten Augenblick, da Sie wie mich plötzliche Geschehnisse herausreissen aus Athen u. unerwartet zu schnellster Heimkehr zwingen, uns noch einmal begegnen und dann als Freunde scheiden. Aber ich will nicht forschen, wie das so gekommen ist; ich will Ihre Freundschaft hinnehmen als ein liebes, liebes Gastgeschenk, das nach vielen Trüben, Schweren Athena dem irrenden Odysseus in die Heimat mitgegeben hat, damit // die langen, langen hellenischen Tage mit ihren vielen Dissonanzen mir ausklängen mit einem ganz vollen u. schönen Akkord. Darf ich Ihnen in diesen ersten Zeilen rückhaltlig u. offen sagen, wie oft u. gern meine Gedanken u. Gefühle die liebe, freundliche Reisegefährtin aufsuchen; wie mir eine ganz eigenartige Freude heimlich u. weich über die Seele gleitet, wenn ich zurückdenke an Ihre warme, aus dem Herzen quellende Anteilnahme? Sie ahnen ja nicht, wieviel ich ihr verdanke; wie leicht u. ruhig mir so der Übergang in einen neuen Abschnitt meines Lebens geworden ist, und dass ich erst durch Sie ohne Bitterheit an die athenischen Tage zurückdenken kann. Gnädige Frau, ich danke Ihnen, danke Ihnen aus tiefsten Herzen. Möchten Sie doch immer so gut und lieb von mir denken u. denken können, wie in jenen im Fluge dahingegangenen Reisetagen. Und nicht wahr, Sie erlauben mir, bisweilen an Sie zu schreiben, Ihnen mein Herz auszuschütten, Ihnen zu sagen, wie ich mich na[c]h jenen langen Wanderfahrten wieder zurecht finde in dem sesshaften Leben unseres Hyperboräerlandes, und ob mich welche Früchte jenen langsam entreifen. Ihnen aber wünsche ich, dass in Ihre Künstlerseele immer ein Hauch des althellenischen Geistes heften bleibe u. auch im Abendlande uns eine Fülle schöner u. dauernder Werke schaffe u. schenke. Wenn Sie wüssten, wie ich mich sehne, recht Vieles, von Ihren Händen Geschaffenes u. von Ihrem Geist Beseeltes schauen zu dürfen. So manchmal nehme ich die // Blätter, die Sie mir geschenkt u. die auf meinem Schreibtisch liegen, zur Hand u. forsche darin, was Sie meinen, wollen, erstreben, wie Sie sind. Mag ich in so vielen Dingen ganz anders denken als Sie, ich spüre u. ahne doch das echteste Künstlertum darin und meine, dass Ihnen dareinst noch ein ganz grosser Werk, eine wirkliche That gelingen wird, gelingen muss. Dieses Starenvögelchen, aus dem mir das Gesichtlein Ihres Kindes u. darinnen ein wenig von Ihren eigenen Zügen entgegenweht, ist mein stetes Entzücken, aber was Sie können, spricht doch ernster u. grösser aus den Christusreliefs, deren monumentale Einfachheit u. starke Innerlichkeit mich anhaltend – ich muss es wiederholen – an Giotto gemahnt. Ein anderes Mal will ich aber auch die Unterschiede, wie ich sie sehe, schildern. 
Für heute muss ich Ihnen doch noch Einiges von mir selber sagen. Ich fand meinen Vater in einem unsägbahr, herzzerreissend jammervollen Zustande, aber die zähe Natur des Kranken will nicht unterliegen und überwindet vielleicht noch eine Weile das letzte Ende. Ich konnte daher bald hierher nach Berlin weiterreisen, wo Professor Sieglin dringend nach mir verlangte. Ich sprach Ihnen von anscheinenden Differanzen zwischen ihm und mir; sie waren schon ausgeglichen, ehe ich kam, und so werde ich mit alter Herzlichkeit und offenen Armen aufgenommen. Es ist hier viel geklatscht u. intriguiert worden gegen // mich, und halten Sie es für möglich, dass auch aus Athen bereits Stimmen sich misbilligend bis hierher über mich haben vernehmen lassen? Man spottet über den „Einsiedler“ und schilt mich verschlossen, überstolz u. masslich überhebend: warum? – weil die Tadler mir nicht gefielen u. ich ohne sie und fern von ihnen mich wohler fühlte. Ich werde auch in Berlin derselbe bleiben; solche elendes Geklatsch, wie es hier über mich umgegangen ist, hat mich in allem Anfang gleich in mich selbst zurückgeschenckt. 
Seien Sie unbesorgt im Übrigen; ich habe einige liebe Freunde hier, denen ich mich dafür umso tiefer u. fester u. mit umso leidenschaftlicherer Herzlichkeit u. Rückhaltiglosigkeit anschliesse und aufschliesse. Der eine ist ein begabter Ingenieur, sehr ernst, etwas schwerfällig, aber von einer Innerlichkeit, einer Lauterkeit des Charakters, einer Reinheit der Seele u. des Herzens, nach denen ich von Leidenschaften umhergeworfener, ruheloser Mensch so oft schreie wie ein Hirsch nach frischem Wasser. Wir wollen uns zusammen eine Wohnung mieten, ausserhalb von Berlin wo es Licht gibt, Luft u. Sonne. Ich brauche das; hier in den engen Strassen meine ich’s nicht aushalten zu können: ich habe zu lange in schrankenloser Freiheit gelebt, zu tief u. dauernd aus dem frischen, herrlichen Bronnen der wilden Bergesnatur getrunken.  Leben Sie wohl und viele herzliebste Grüsse sende ich Ihnen u. hoffe treu, dass Sie alles wohl u. gut in der Heimat gefunden [i nederste margen på første side:] haben. Immer Ihr Max Kiessling. 

Indlagt en lille seddel. På den ene side står der:
Sie haben mir 303 francs ausgehändigt.
Den Rest von 67 fr: erlaube ich mir, umgehend zu senden, bitte die Verzögerung zu entschuldigen u. danke Ihnen viele, viele Mal.
På den anden side:
21 ..
Patras – Brindisi 51,90
Barke in Patras}

    • Korfu} 6,50
      Abendessen in Patras}
      Trinkgeld an Kellner (Danescher) 1,00
      Droschke, Gepäckträger 3,00
      Buch (Gorki, Novellen) 0,50
      Gepäckfracht Brindisi – Bologna 14,80
      Brindisi – Bologna 68,20
      Mittagessen in Foggia (Wein } 1,30
      u. Kaffe) }
      Abendessen in Ancona 2,90
      Bologna – München 53,35
      Gepäckträger, Kaffe, Frühstück} 2,20
      u.s.w. } 2,85
      Gepäckfracht Ala - München } 10,00
      Gepäckträger, Alpenveilchen }
      Mittagessen in Innsbruck 2,50
      219,40

21 Drachmen
(25 Drachmen = 20 fr) 17,00
236,40

Oversættelse:

Berlin d. 12. April 1905
W. Behrenstr. 70.

Jeg burde for længst have skrevet til Dem, kære, nådige frue. Jeg har hele tiden udsat det, fordi jeg i al den sorg og det store kaos i de første dage efter min hjemkomst kun havde kunnet afsætte et par urolige minutter til Dem; det var for lidt for Dem, som jeg tænkte så meget på, og som jeg på en mærkelig måde længtes stærkt efter at kunne sludre med i en stille time.
Jeg kunne stille mange spørgsmål om, hvordan det kunne ske for mig i de ganske få dage, vi var sammen, at mit ellers så lukkede hjerte nu føler sig så fortroligt med Dem, slår så varmt og åbent imod Dem, som om jeg havde kendt Dem i lang, lang tid. Det er jo så mærkeligt, at vi i månedsvis har boet i samme by, nogle gange har set hinanden, men aldrig har talt sammen, og netop i det sidste øjeblik, hvor pludselige begivenheder som for mig river Dem ud af Athen og uventet tvinger Dem til en hastig hjemrejse, mødes vi endnu en gang og skilles derefter som venner. Men jeg vil ikke gruble over, hvordan det er kommet så vidt; jeg vil tage Deres venskab imod som en kær, kær gæstegave, som Athena efter mange triste og tunge tider har givet den vildfarne Odysseus med hjem, så // de lange, lange hellenske dage med deres mange dissonanser kan klinge ud for mig med en helt fyldig og smuk akkord.
Må jeg i disse første linjer tilbageholdende og åbent fortælle Dem, hvor ofte og gerne mine tanker og følelser søger hen til den kære, venlige rejseledsager; hvordan en helt særlig glæde hemmeligt og blidt glider over min sjæl, når jeg tænker tilbage på Deres varme, hjertelige medfølelse? De aner jo ikke, hvor meget jeg skylder hende; hvor let og roligt overgangen til en ny fase i mit liv dermed er blevet for mig, og at det først er takket være Dem, at jeg kan tænke tilbage på dagene i Athen uden bitterhed. Kære fru, jeg takker Dem, takker Dem fra det dybeste af mit hjerte. Må De altid tænke så godt og kærligt om mig og kunne tænke sådan, som i de rejse-dage, der er fløjet forbi. Og De tillader mig vel at skrive til Dem fra tid til anden, at åbne mit hjerte for Dem og fortælle Dem, hvordan jeg efter disse lange vandringer igen finder min plads i det fastboende liv i vores hyperboreiske land, og om nogle af frugterne langsomt modnes for mig. Men jeg ønsker Dem, at der altid må forblive et strejf af den oldgræske ånd i Deres kunstnersjæl, og at De også i Vesten skaber og skænker os en rigdom af smukke og varige værker. Hvis De blot vidste, hvor meget jeg længes efter at få lov til at se rigtig mange af de ting, der er skabt af Deres hænder og besjælet af Deres ånd. Så tager jeg af og til de // blade, som De har skænket mig, og som ligger på mit skrivebord, i hånden og søger i dem efter, hvad De mener, ønsker, stræber efter, hvordan De er. Selvom jeg i så mange ting tænker helt anderledes end De, fornemmer og aner jeg alligevel det ægte kunstnerskab deri og mener, at De en dag vil, ja, må, lykkes med et helt stort værk, en virkelig bedrift. Denne lille stær, hvorfra dit barns ansigt og dermed lidt af dine egne træk blæser mig i møde, er min stadige glæde, men det, du kan, kommer alligevel mere alvorligt og storslået til udtryk i Kristus-reliefferne, hvis monumentale enkelhed og stærke inderlighed vedvarende – jeg må gentage det – minder mig om Giotto. En anden gang vil jeg dog også beskrive de forskelle, som jeg ser dem.
I dag må jeg dog stadig fortælle Dem lidt om mig selv. Jeg fandt min far i en ubeskrivelig, hjerteskærende og sørgelig tilstand, men den syges sejlivede natur vil ikke give efter og overvinder måske endnu et stykke tid den endelige ende. Jeg kunne derfor snart rejse videre hertil til Berlin, hvor professor Sieglin insisterede på at se mig. Jeg fortalte Dem om tilsyneladende uoverensstemmelser mellem ham og mig; de var allerede udlignet, før jeg kom, og derfor bliver jeg modtaget med den gamle hjertelighed og med åbne arme. Der er blevet sludret og intrigeret meget her mod // mig, og kan De forestille Dem, at der allerede fra Athen er kommet kritiske røster om mig, som har nået helt herhen? Man håner »eremitten« og beskylder mig for at være lukket, for stolt og målt overmodig: hvorfor? – fordi jeg ikke brød mig om kritikerne, og jeg følte mig bedre tilpas uden dem og langt væk fra dem. Jeg vil også forblive den samme i Berlin; sådan elendig sladder, som der har cirkuleret om mig her, har fra begyndelsen fået mig til at vende mig indad.
Vær for øvrigt ikke bekymret; jeg har nogle kære venner her, som jeg til gengæld knytter mig endnu dybere og fastere til og åbner mig for med endnu mere lidenskabelig hjertelighed og åbenhed. Den ene er en begavet ingeniør, meget alvorlig, lidt tung i vendingerne, men med en indre dybde, en oprigtighed i karakteren og en renhed i sjælen og hjertet, som jeg – et menneske, der kastes rundt af lidenskaber og er urolig – så ofte længes efter som en hjort efter frisk vand. Vi vil sammen leje en lejlighed uden for Berlin, hvor der er lys, luft og sol. Det har jeg brug for; her i de trange gader tror jeg ikke, jeg kan holde det ud: jeg har levet for længe i grænseløs frihed, drukket for dybt og vedvarende af de friske, herlige kilder i den vilde bjergnatur.
Farvel, og jeg sender Dem mange hjertelige hilsener og håber inderligt, at De har fundet alt godt og vel i hjemlandet
[i nederste margen på første side:]
. Altid Deres Max Kiessling.

Der er vedlagt en lille seddel. På den ene side står der:

De har udleveret 303 franc til mig.
Resten på 67 fr: tillader jeg mig at sende straks; jeg beder Dem undskylde forsinkelsen og takker Dem mange, mange gange.
På den anden side:
21 ..
Patras – Brindisi 51,90
Barkasse i Patras}

    • Korfu} 6,50
      Middag i Patras}
      Drikkepenge til tjener (Danescher) 1,00
      Droske, bagagebærer 3,00
      Bog (Gorkij, noveller) 0,50
      Bagagefragt Brindisi – Bologna 14,80
      Brindisi – Bologna 68,20
      Frokost i Foggia (vin } 1,30
      og kaffe) }
      Middag i Ancona 2,90
      Bologna – München 53,35
      Bagagebærer, kaffe, morgenmad} 2,20
      osv. } 2,85
      Bagageafgift Ala – München } 10,00
      Bagagebærer, alpeviol }
      Frokost i Innsbruck 2,50
      219,40

21 drachmer
(25 drachmer = 20 fr) 17,00
236,40

Maskinoversættelse

Fakta

PDF
Brev

Tysk