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Anne Marie Carl-Nielsen

1908-01-23

Transskription

Liebe Frau Nielsen

Ich hoffe sehr, dass Mary Ihnen geschrieben haben wird, warum wir beide mit unserem Dank so lange warteten, denn – was müssen Sie sonst von uns denken! Nein wir waren wirklich zu Weihnachten so erfreut, so gerührt dass Sie unserer gedachten – und mit diesen reizenden Sachen unserer gedachten. Haben Sie vielen herzlichen dank dafür! Nun steht das Mäuschen in meinem Porzellansschränkchen und wird mich zusammen mit Ihren beiden lieben Pantherköpfen immer an Sie erinnern, ja das klingt nun so als würde ich Sie ohne das vergessen, aber Sie // verstehen schon, das meinte ich natürlich nicht so sondern anders.

Ich bin so froh dass ich Ihnen .. jetzt von dem Glück in unserer Familie erzählen kann, bis jetzt durfte noch nicht darüber gesprochen werden und deshalb hat Ihnen auch Mary nichts davon geschrieben, aber seit gestern ist es freigegeben und nun denken Sie: Mary ist doch verlobt! Und so nett ist es, dass wir die Familie ihres Bräutigams schon von Kindheit an kennen, nein alles ist so nett daran, aber am allerglücklichsten bin ich fast für Mama, dass sie jetzt grad wo die Sorge um ihre Augen sie so drückt, diese Freude // hat. Wie schön ist es dass es für alle Sorge soviel Freude als Gegengewicht giebt!

Wir haben in den Weihnachtstagen, wie Mary Ihnen hoffentlich sagte, eine ganz einzigschöne Skitur mit unserem Bruder in den Vogesen und daran anschliessend eine herrliche Winterreise von 10 Tagen nach Karlsruhe, Heidelberg und Cassel gemacht wo wir überall liebe Freunde besuchten. Aber die Skitur besonders war wunderbar schön, wir die wir gewöhnlich höchstens einmal im Winter auf Schneeschuhe und damit in die wirkliche grosse Winterschönheit hinauskommen, wir geniessen es dann dafür auch um so mehr. Mir gehört jetzt das Winterleben draussen zum // Allerschönsten was ich kenne!

Leben Sie wohl und haben Sie nochmals tausend Dank liebe Frau Nielsen

von Ihrer Ihnen

         herzlich ergebenen  

Ebba vSeidlitz

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