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Anne Marie Carl-Nielsen

1919-07-17

Transskription

Postkort med påtrykt frimærke

Poststempel: DRESDEN 17 7 19. 11 – 12 V BLASEWITZ

Trykt tekst:

Postkarte

Udskrift:

Frau A.M.C. Nielsen

Frederiksholmskanal 28

Kopenhagen

Dänemark

Abs. v. Seidlitz

Blasewitz b. Dresden

Residenzstr. 33

Blasewitz, 25. Nov. 1910

Sehr geehrte Frau Nielsen

Meine Frau ist so von Dankbarkeit erfüllt über den liebevollen Empfang, den Sie und Ihr Mann ihr in Kopenhagen bereitet, hier angekommen, dass ich nicht unterlassen kann, Ihnen beiden auch meinerseits herzlich dafür zu danken. Sie hat den Tag in Kopenhagen in Ihrer Gesellschaft ungemein genossen.

Überhaupt ist ihre Stimmung wesentlich gebessert, nachdem die Operation des Dr. Joh. Borthen so gut gelungen. Ich hoffe zuversichtlich, dass diese Wirkung auch andauern wird, wie in den vielen Fällen, die er in der gleichen Weise behandelt hat und dann nach 1 bis 2 Jahren hat selbst nachprüfen können.

Sie stecken, wie ich von meiner Frau und von Treu höre, jetzt mitten in Ihren Vorbereitungen für das grosse Königs-Reiterdenkmal. Ich kann mir denken, welche Freude // Ihnen das bereitet, wenn auch die Mühe dabei natürlich gross ist. Nur möchte ich Sie bitten, verlieren Sie keine Zeit damit, dass Sie jetzt meinen alten Brief beantworten. Sie wissen ja, mit welcher Teilnahme ich Ihre Künstlertätigkeit verfolge und welcher Vertrauen ich zu Ihnen hege. Wenn ich Ihnen über etwas geschrieben habe, was man jedem Künstler immer sagen kann, das nicht auf eine bloss dekorative Handgeschicklichkeit ausgeht – nämlich ihn vor den Verlockungen der Natur in der Richtung zu grosser Detaillierung zu warnen – so ist das ja etwas, worüber man, wenn man will viel hin und her diskutieren kann, da das eine Lebensfrage des Kunst betrifft – aber schreiben lässt sich eigentlich nichts rechtes darüber, denn es handelt sich dabei um unmessbare Grössen, nicht aber um grundsätzliche Verschiedenheiten. Also wenn [wir] wieder, hof- // fentlich in nicht zu langer Zeit, zusammen sind und Sie es wollen, so können wir darüber sprechen; jetzt aber hätte das kaum einen Zweck.

Mit allen guten Wünschen und den herzlichsten Grüssen von meiner Frau, Sophie und Ebba,

Ihr

aufrichtig ergebener

            Seidlitz

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